Ausgangslage

Das Handwerk braucht Nachwuchs, um auch in Zukunft reibungslose Abläufe in allen Bereichen der Gesellschaft sicherstellen zu können. Schon heute kommen unsere Betriebe an die Grenze der Leistungsfähigkeit, weil es an Fachpersonal mangelt um die Aufträge zu bewältigen. Zum Jahr 2015 kündigte sich der Zuzug vieler Menschen aus anderen Teilen der Welt an und es sind seither ca. 1,1 Millionen überwiegend junge Menschen nach Deutschland gekommen. Das Handwerk in Niedersachsen war und ist sich der Bedeutung für Integration über eine handwerkliche Ausbildung bewusst und sieht darin auch viel Potential auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Den Initiatoren aus dem Handwerk und dem Wirtschaftsministerium war klar, dass frühzeitig gehandelt werden muss. Da bislang nur wenige und auf bestimmte Regionen begrenzte Erfahrungen mit der Ausbildung Geflüchteter vorlagen, entstand der Anspruch ein landesweites Beratungsprojekt zu entwickeln.

Projektlaufzeit

Das IHAFA Projekt startete am 1. November 2015 und hat nach einer Verlängerung eine Laufzeit bis zum 31. Januar 2019.

Personal

Das Projekt umfasst 13 vollzeitäquivalente Beraterstellen, einen Projektkoordinator und eine halbe vollzeitäquivalente Sachbearbeiterstelle.

Förderung

Das Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im Rahmen der Fachkräfteinitiative mit bis zu 70% gefördert. Das Handwerk trägt einen Eigenanteil von mindestens 30%. Das Gesamtprojektvolumen beträgt 4,1 Millionen Euro.

Zielgruppen

Zielgruppe I - Handwerksbetriebe, die Beratung zur Ausbildung von Geflüchteten suchen.

Zielgruppe II - Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive, belastbaren Deutschkenntnissen (ab A2, besser B1), die sich eine handwerkliche Ausbildung vorstellen können.

Ziel

Ausgebildete Fachkräfte, die ihren Lebensunterhalt ohne fremde Hilfe auf Dauer erwirtschaften können.
Ziel ist nicht die dauerhafte Aufnahme einer Hilfstätigkeit.

Konzeption

4 Säulen

Die vier IHAFA - Säulen

1. Säule:

  • Vernetzung aller relevanten Akteure in der Flüchtlingsbetreuung mit IHAFA
  • Beratung der Handwerksbetriebe zu Fragestellungen der Ausbildung von Flüchtlingen
  • Beratung der Flüchtlinge zur handwerklichen Ausbildung
  • Hilfestellung bei Bürokratie
  • Vorbereitung auf die Ausbildung, Bewerbungshilfe
  • Vorbereitung auf die Berufsschule
  • Begleitung des Integrationsprozesses in der ersten Phase der Ausbildung

2. Säule:

  • Nutzung des Programms "Wege in Ausbildung" des ZDH mit den Programmen "Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk" (Dauer 4-6 Monate) und Berufsorientierung für Flüchtlinge" (Dauer 13 Wochen) zur Kompetenzerfassung der potetiellen Auszubildenden. Gefördert von der Bundesagentur für Arbeit (PerjuF-H), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Bundesinstitut für berufliche Bildung (BOF). Vormals (2016) eigene Kompetenzfeststellungmaßnahme
  • Erprobung, Beurteilung und berufliche Orientierung der Geflüchteten in Bildungszentren des niedersächsischen Handwerks
  • Erprobung und Beurteilung der Eignung für Ausbildung durch Ausbildungsbetriebe des niedersächsischen Handwerks durch Praktika im Rahmen dieser Maßnahmen
  • Berufsbezogener Sprachunterricht
  • Sozialpädagogische Begleitung
  • Jobcoaching und Bewerbungstraining

IHAFA und WIA

Übersicht "Wege in Ausbildung" mit begleitender IHAFA-Beratung

3. Säule:

  • Vermittlung geeigneter Bewerber in die Betriebe
  • Suche nach Ausbildungsbetrieben für Geflüchtete
  • Unterstützung im Umgang mit Bürokratie
  • Begleitung des betrieblichen und schulischen Integrationsprozesses in den ersten Monaten der Ausbildung
  • Unterstützung bei der Bewältigung gesetzlicher und behördlicher Vorgaben
  • Erfahrungsaustausch

4. Säule:

  • Regelmäßiger Austausch der Berater bei Beratertreffen
  • Austausch mit beratenden Stellen
  • Teilnahme an Runden Tischen
  • Mitgliedschaft in regionalen und überregionalen Kommissionen
  • Mitgliedschaft in Arbeitskreisen
  • Öffentlichkeitsarbeit